Wer kürzlich eine Agentur nach einem Website-Angebot gefragt hat, kennt das Phänomen: Eine Agentur nennt €3.000, eine andere €18.000, eine dritte schickt einen Monatspreis von einem Website-Baukasten.
Alle drei bieten nicht dasselbe, auch wenn das Ergebnis von außen ähnlich wirkt. Wer versteht, warum die Preise so stark schwanken, kann einschätzen, ob ein Angebot vertretbar ist oder ob man für etwas zahlt, das in zwei Jahren nicht mehr ausreicht.
Die drei Preissegmente im Überblick
Website-Preise lassen sich drei grundlegend verschiedenen Kategorien zuordnen. Jede hat ihre Berechtigung; der Fehler liegt darin, das falsche Segment für die eigenen Anforderungen zu wählen.
Segment 1: Website-Baukästen (€15-€150/Monat)
Squarespace, Wix, Webflow, Shopify, Framer. Diese abonnementbasierten Werkzeuge bieten Vorlagen, die man befüllt. Es handelt sich um Software-Produkte, nicht um Agenturen.
- Geeignet für: Unternehmen in einer sehr frühen Phase, die schnell eine einfache Web-Präsenz benötigen
- Tatsächliche Kosten: €180-€1.800/Jahr, laufend. Abo-Kosten wiederholen sich und summieren sich über mehrere Jahre erheblich.
- Einschränkungen: Vorlagen und Funktionsumfang der jeweiligen Plattform sind bindend. Die Performance ist häufig mittelmäßig. Man lizenziert die Plattform; die Inhalte bleiben Eigentum des Nutzers, die Infrastruktur jedoch nicht.
- Migrationsrisiko: Ein späterer Wechsel ist aufwendig. Inhalte sind in einem proprietären Format gespeichert.
Eine Squarespace-Site, die €35/Monat kostet, wirkt günstig. Über fünf Jahre ergibt das €2.100 zuzüglich der Zeit, die man innerhalb der Plattform-Grenzen aufwendet.
Segment 2: WordPress-Agenturen (€2.000-€15.000 Aufbau + laufende Kosten)
Der häufigste Weg für kleine und mittlere Unternehmen: Eine WordPress-Agentur entwickelt eine individuell gestaltete Site auf dem weltweit meistgenutzten CMS.
- Geeignet für: Unternehmen, die eine inhaltsverwaltete Site mit individuellem Design und Integrationen benötigen
- Typische Aufbaukosten: €3.000-€10.000 für eine Standard-Unternehmenswebsite
- Laufende Kosten: €100-€400/Monat für Hosting, Sicherheit, Updates und Support
- Gesamtbetriebskosten über 5 Jahre: €9.000-€34.000
WordPress ist die am weitesten verbreitete CMS-Kategorie und laut den Jahresberichten von Sucuri und Patchstack auch die nach absoluter Anzahl am häufigsten angegriffene. Der Wartungsaufwand steigt mit der Anzahl der Plugins. Regelmäßige Plugin-Updates, Sicherheits-Patches und gelegentliche Notfall-Entwicklerstunden bei Update-Konflikten sind einzuplanen.
Segment 3: Individuell entwickelte React/Next.js-Sites (€6.000-€30.000+)
Eine Site, die von einem Spezialisten mit modernen JavaScript-Frameworks wie Next.js oder Astro entwickelt wird. Das Frontend ist individuell programmiert, nicht aus Vorlagen zusammengesetzt.
- Geeignet für: Unternehmen, bei denen Performance, Skalierbarkeit oder gestalterische Differenzierung entscheidend sind
- Typische Aufbaukosten: €8.000-€25.000 für eine Unternehmenssite mit CMS
- Laufende Kosten: €20-€200/Monat (deutlich geringer als bei WordPress: keine Plugin-Updates, keine zusätzliche Angriffsfläche)
- Gesamtbetriebskosten über 5 Jahre: €9.200-€37.000
Die Aufbaukosten sind höher, die laufenden Kosten jedoch wesentlich niedriger. Über fünf Jahre ist eine sorgfältig entwickelte Next.js-Site in der Regel günstiger als eine WordPress-Site, die aktive Wartung erfordert.
Preistreiber innerhalb der einzelnen Segmente
Innerhalb jedes Segments variiert der Preis nach Umfang, nicht nur nach Qualität. Diese Faktoren bewegen ein Angebot nach oben oder unten:
| Faktor | Einfluss auf den Preis |
|---|---|
| Seitenanzahl | 5 Seiten vs. 25 Seiten: erheblicher Preisunterschied |
| Individuelles Design vs. Vorlagenanpassung | Individuell: +€2.000-€8.000 |
| Integrationen (CRM, Terminbuchung, E-Commerce) | Je Integration: +€500-€3.000 |
| Mehrsprachige Inhalte | +€500-€2.000 je zusätzlicher Sprache |
| SEO-Einrichtung (strukturierte Daten, Sitemaps, Weiterleitungen) | +€500-€1.500 |
| Texterstellung inbegriffen | +€1.000-€5.000 je nach Umfang |
| Support-SLA nach Launch | +€100-€300/Monat |
Versteckte Kosten, die in den meisten Angeboten fehlen
Ein Aufbauangebot über €5.000 enthält möglicherweise nicht alles, was für den Live-Start benötigt wird. Fragen Sie gezielt nach:
- Domain und SSL-Zertifikat: €15-€50/Jahr, meist separat
- Stockfotos oder individuelle Bildsprache: €200-€2.000, sofern nicht selbst geliefert
- Texterstellung: die meisten Agenturen platzieren Texte, schreiben sie aber nicht
- Analytics-Einrichtung (GA4, Conversion-Tracking): €300-€800 für eine saubere Implementierung
- Hosting im ersten Jahr: teils inbegriffen, teils nicht
- Browser- und Gerätetests: prüfen Sie, ob diese enthalten sind
- Einweisung: wer Inhalte selbst pflegen möchte, benötigt eine Einführung
Gesamtkostenvergleich über 5 Jahre
| Ansatz | Aufbaukosten | Monatliche Kosten | 5-Jahres-Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| Website-Baukasten (Squarespace/Wix) | €0-€500 Einrichtung | €25-€80 | €1.500-€5.300 |
| WordPress-Agentursite | €3.000-€10.000 | €100-€300 | €9.000-€28.000 |
| Individuelle Next.js-Site | €8.000-€20.000 | €20-€150 | €9.200-€29.000 |
Nach fünf Jahren sind die Kostenunterschiede zwischen WordPress und Next.js geringer, als die Anfangszahlen vermuten lassen. Der entscheidende Unterschied liegt in dem, was man für das Geld bekommt: Performance, Sicherheitsprofil und laufender Wartungsaufwand.
Warnsignale in Website-Angeboten
- Keine Einzelaufstellung: ein Angebot, das nur '€8.000 für eine Website' nennt, bietet keine Grundlage zur Beurteilung
- Vorlagen-Sites, die als 'individuelles Design' verkauft werden: fragen Sie bei Verdacht nach dem ursprünglichen Theme
- Hosting, das an die Agentur gebunden ist: das Hosting sollte in Ihrem Eigentum stehen. Wer keinen Transfer ermöglicht, ist ein Warnsignal.
- Kein Support-Plan nach dem Launch: was passiert, wenn am 31. Tag etwas ausfällt?
- Sehr niedrige Preise bei sehr kurzen Zeitrahmen: eine individuelle Website für €1.200, die in einer Woche fertig ist, basiert in der Regel auf einem Template mit leichten Anpassungen; für kurzfristige Zwecke kann das ausreichen, erfordert aber bei aktiv genutzten Sites typischerweise innerhalb von 12-24 Monaten eine Überarbeitung.
Die Preisgestaltung von webvise
webvise entwickelt individuelle Next.js-Websites für kleine und mittlere Unternehmen. Projekte werden auf Basis des Inhaltsmodells, der Conversion-Pfade, Integrationen, mehrsprachigen Anforderungen, Analytics und des gewünschten Support-Umfangs nach dem Launch kalkuliert.
Vorlagen kommen dabei nicht zum Einsatz. Jedes Projekt beginnt mit den spezifischen Zielen des Kunden, der Zielgruppe und den Ergebnissen, die die Site erzielen soll.
Fordern Sie jetzt ein kostenloses Website-Audit an und erfahren Sie, wie Ihre aktuelle Site abschneidet, ob sie die Leistung eines €10.000-Investments erbringt. In 60 Sekunden unter webvise.io/wp-health-report.