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· 6 Min. Lesezeit

Die 10-Punkte-Website-Audit-Checkliste für Unternehmer

Die meisten Unternehmer haben ihre eigene Website noch nie systematisch unter die Lupe genommen. Diese 30-Minuten-Checkliste zeigt Ihnen, was funktioniert und was Ihnen täglich Anfragen kostet.

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Die meisten Unternehmenswebsites werden gebaut, live gestellt und dann sich selbst überlassen. Das Design altert, die Texte veralten, neue Seiten entstehen ohne Konzept, und niemand prüft mehr, ob die Website ihren Job überhaupt noch erledigt. Dabei empfängt sie täglich Besucher, von denen manche Kunden geworden wären, hätte die Website es ihnen einfacher gemacht.

Für einen Website-Audit braucht es kein technisches Fachwissen und keine teuren Tools. Gefragt sind eine strukturierte Vorgehensweise und die Bereitschaft, die eigene Website so zu betrachten wie ein Fremder: Erstbesuch, mobiles Gerät, null Vorkenntnisse über Ihr Unternehmen.

Diese Checkliste deckt die 10 Faktoren ab, die am direktesten beeinflussen, ob Ihre Website Anfragen generiert. Alles, was Sie brauchen, ist ein Browser und ein Smartphone. Zeitaufwand: 30 Minuten.

Vorbereitung

Öffnen Sie diese Tools, bevor Sie beginnen. Alle sind kostenlos und für die Grundnutzung ohne Konto verfügbar:

  • Google PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev): prüft den Geschwindigkeitswert Ihrer Website auf Mobilgeräten und Desktop
  • Google-Suche: geben Sie `site:ihredomain.com` ein, um zu sehen, wie Ihre Seiten in den Suchergebnissen erscheinen
  • Ein Inkognito-Browserfenster: entfernt Cache und den eingeloggten Zustand, sodass Sie sehen, was ein neuer Besucher sieht
  • Ihr echtes Mobiltelefon: kein verkleinertes Desktop-Browserfenster. Nutzen Sie das Gerät, das Sie täglich verwenden.

Der 10-Punkte-Audit

1. Mobile Geschwindigkeit

Rufen Sie Google PageSpeed Insights auf und geben Sie die URL Ihrer Startseite ein. Prüfen Sie nach der Analyse den mobilen Score, nicht den Desktop-Wert. Grün (90-100) ist gut. Gelb (50-89) zeigt Handlungsbedarf. Rot (unter 50) bedeutet, dass Sie aktiv Besucher verlieren: Laut Google/SOASTA-Forschung (2017, seitdem mehrfach repliziert) verlassen 53 % der mobilen Besucher eine Seite, die länger als 3 Sekunden lädt.

Testen Sie außerdem Ihre wichtigste Leistungs- oder Produktseite, nicht nur die Startseite. Die Performance variiert erheblich zwischen einzelnen Seiten, und Conversions entstehen selten auf der Startseite.

2. Nutzenversprechen Above the Fold

Öffnen Sie Ihre Startseite im Inkognito-Modus auf dem Smartphone. Ohne zu scrollen: Können Sie beantworten, was dieses Unternehmen macht, für wen es arbeitet und warum das relevant ist? Ein Erstbesucher hat weder Geduld noch Vorwissen. Beantwortet der Hero-Bereich diese drei Fragen nicht sofort, scrollen die meisten Besucher gar nicht erst weiter.

Typische Schwachstellen: Slogans, die gut klingen, aber nichts sagen ("Ihr Potenzial entfalten"), Stockfotos ohne Wiedererkennungswert, kein Hinweis darauf, für wen das Angebot überhaupt gedacht ist.

3. Länge des Kontaktwegs

Zählen Sie, wie viele Klicks es von Ihrer Startseite bis zur Kontaktaufnahme braucht. Ein Klick ist gut. Zwei sind akzeptabel. Drei oder mehr bedeuten unnötige Reibung am entscheidenden Moment. Prüfen Sie außerdem: Ist der Kontaktweg auf dem Smartphone sichtbar, ohne zu scrollen? Eine Telefonnummer oder ein Kontaktlink, der im Footer vergraben ist, kostet Sie Anfragen von Menschen, die bereit wären zu schreiben, aber die Option nicht suchen.

4. Vertrauenssignale

Betrachten Sie Ihre Website mit frischen Augen: Welche Belege liefert sie dafür, dass Sie kompetent und verlässlich sind? Prüfen Sie: namentliche Kundenstimmen mit Foto oder Unternehmensangabe (Initialen zählen nicht), erkennbare Kundenlogos, Zertifizierungen oder Auszeichnungen, eine sichtbare Team- oder Gründerseite, Bewertungsscores von Google oder Trustpilot. Allgemeines Lob ohne Zuordnung ist kaum etwas wert. Konkrete, namentliche Testimonials sind es umso mehr.

5. Jede Seite hat einen klaren nächsten Schritt

Klicken Sie sich durch 5 Seiten: Startseite, eine Leistungsseite, eine Über-uns-Seite, einen Blogartikel (wenn vorhanden) und die Kontaktseite. Fragen Sie sich jeweils: Was ist das Eine, das diese Seite von mir als nächstes will? Ist die Antwort nicht sofort klar, konkurrieren drei CTAs miteinander oder fehlt ein CTA ganz, ist diese Seite eine Sackgasse für alle, die nicht schon fest entschlossen sind, Sie zu kontaktieren.

6. Mobile Navigation

Öffnen Sie die Website auf Ihrem echten Smartphone und navigieren Sie zu Ihren Leistungen und der Kontaktseite. Sind die Tipp-Ziele groß genug? Funktioniert das Hamburger-Menü reibungslos? Überlappen Links oder liegen sie zu nah beieinander? Testen Sie mit dem Daumen, nicht mit dem Zeigefinger. Frustrierende Navigation filtert mobile Besucher genau dann aus, wenn deren Interesse am größten ist.

7. Darstellung in Google

Suchen Sie in Google nach `site:ihredomain.com`. Ihre Seiten erscheinen so, wie Google sie der Welt zeigt: Titel, URL und Meta-Beschreibung. Prüfen Sie: Beschreiben die Titel jede Seite treffend? Werden Meta-Beschreibungen abgeschnitten oder fehlen ganz? Zeigen Seiten generische Titel wie "Startseite" oder nur den Firmennamen? Was hier steht, ist Ihr erster Eindruck in den Suchergebnissen, und die meisten Unternehmen haben das noch nie überprüft.

8. SSL-Zertifikat und HTTPS

Zeigt Ihre Website in der Adresszeile des Browsers ein Schloss-Symbol und beginnt die URL mit `https://`? Falls nicht, oder falls ein Klick auf das Schloss "Nicht sicher" anzeigt, stufen Browser Ihre Website als unsicher ein. Google wertet HTTPS als Rankingfaktor. Wichtiger noch: Besucher sehen die Sicherheitswarnung und verlassen die Seite. Dieses grundlegende Glaubwürdigkeitsproblem ist seit Jahren kostenlos zu beheben.

9. Analytics-Einrichtung

Ist Google Analytics (oder ein vergleichbares Tool) installiert, und schauen Sie tatsächlich in die Daten? Wer nicht weiß, wie viele Besucher die Website hat, welche Seiten sie aufrufen und woher sie kommen, navigiert im Blindflug. Öffnen Sie Ihre Analytics und prüfen Sie: Wie viele Sitzungen gab es in den letzten 30 Tagen? Welche Seiten erhielten den meisten Traffic? Wie hoch ist Ihre durchschnittliche Absprungrate? Wenn Sie diese Fragen nicht anhand eigener Daten beantworten können, ist das die erste Lücke, die es zu schließen gilt.

10. Tote Links und 404-Seiten

Tote Links fallen erst auf, wenn sie Schaden anrichten. Ein Besucher, der auf einen defekten Link klickt, landet auf einer 404-Seite, und die meisten verlassen die Website, anstatt zurückzunavigieren. Nutzen Sie den Coverage-Bericht der Google Search Console, um defekte Links zu finden, oder einen kostenlosen Crawler wie Screaming Frog (kostenlos bis 500 URLs). Prüfen Sie außerdem: Bietet Ihre 404-Seite einen hilfreichen nächsten Schritt, oder ist es nur eine Fehlermeldung?

Auswertung

Vergeben Sie 1 Punkt für jeden Check, den Ihre Website klar besteht. 0 Punkte für alles, was nicht funktioniert oder bei dem Sie unsicher sind.

PunkteBewertungSofortmaßnahme
9-10Ihre Website ist in guter Verfassung. Konzentrieren Sie sich auf Inhalte und Traffic-Wachstum.Conversion Rate optimieren, in SEO oder E-Mail investieren
7-8Solide Basis mit klar erkennbaren Lücken. Beheben Sie die Schwachstellen zuerst.Fehlgeschlagene Checks nach Traffic-Auswirkung priorisieren
5-6Erhebliche Probleme kosten Conversions. Ihre Website kostet Sie Leads.Geschwindigkeit, Mobile und Vertrauenssignale sofort angehen
Unter 5Ihre Website erzeugt Reibung im Funnel. Eine grundlegende Überarbeitung ist überfällig.Professionellen Audit beauftragen und Sanierungsplan erstellen

Was zuerst beheben

Wenn Sie mehrere Schwachstellen identifiziert haben, arbeiten Sie in dieser Reihenfolge:

  • Geschwindigkeit und Mobile zuerst: diese Faktoren betreffen jeden Besucher und jeden Kanal. Wer die Performance als erstes verbessert, verstärkt die Wirkung jeder weiteren Maßnahme.
  • Nutzenversprechen und CTA-Klarheit als zweites: ohne klare Botschaft und klaren nächsten Schritt verlieren Sie Menschen, die sonst konvertiert hätten.
  • Vertrauenssignale als drittes: Testimonials und Social Proof schließen die Lücke zwischen Interesse und Handlung. Beginnen Sie mit den meistbesuchten Seiten.
  • SEO und Analytics als viertes: sobald die Website konvertiert, lässt sich durch bessere Sichtbarkeit und Messbarkeit der Gesamteffekt über Zeit steigern.
  • Tote Links und SSL zuletzt: meist schnell behoben, aber relevant für Glaubwürdigkeit und Suchranking.

Liegt Ihr Score unter 6 und generiert Ihre Website nennenswerten Traffic, sind die Kosten des Abwartens messbar: Jeder Monat mit schwacher Site-Performance ist ein Monat suboptimaler Lead-Gewinnung.

Professionelle Einschätzung holen

Diese Checkliste ermöglicht eine erste Selbstdiagnose. Ein professioneller Website-Audit geht tiefer: Er analysiert Ihre Core Web Vitals anhand realer Nutzerdaten, prüft Ihr technisches SEO, bewertet Ihre Conversion-Pfade anhand von Branchen-Benchmarks und deckt strukturelle Schwachstellen auf, die ein Selbstcheck nicht erfasst. Einen kostenlosen Website-Health-Report gibt es unter webvise.io/wp-health-report: webvise analysiert Ihre Website und schickt Ihnen einen priorisierten Befundbericht ohne jede Verpflichtung.